[ Gedenkzeichen ]

Gedenkzeichen in Kurapaty

Fakten

Standort
Minsk, Belarus
Materialien
Holz, Metall
Höhe
23 ft
Bildhauer
Sergei Oganov, Olga Nechay
Architektinnen
Maria Markovtsova, Olga Yermolina

Einführung

Das Gedenkzeichen wurde an der Stelle von Massengräbern für Opfer der politischen Repressionen Ende der 1930er Jahre errichtet. Die genaue Zahl der Getöteten ist bis heute unbekannt.

Die Komposition besteht aus vier vertikalen Stützen und einer in ihrer Mitte aufgehängten Glocke. Die Autoren wollten das neue Gedenkzeichen behutsam in den bereits bestehenden Erinnerungsort Kurapaty einfügen – zwischen den Kiefern und den dort aufgestellten Kreuzen.

Erinnerung an den einzelnen Menschen

Auf den Stützen stehen die Worte „Mutter“, „Vater“, „Tochter“, „Schwester“ und „Bruder“ in vier Sprachen: Belarussisch, Russisch, Jiddisch und Polnisch.

Damit verlagerten die Autoren den Schwerpunkt von der Nationalität und Religion der Opfer auf das Schicksal des einzelnen Menschen und seiner Familie.

„Alle Getöteten waren in erster Linie jemandes Eltern. Wer auf sie schoss, schoss auf jemandes Mutter, auf jemandes Vater.“

Die Glocke und die Worte, die an familiäre Beziehungen erinnern, machen das Gedenkzeichen weniger zu einer Erzählung über ein historisches Ereignis als zu einem Ort der Erinnerung an einzelne Menschen, deren Leben gewaltsam beendet wurde.