
Das Boot der Helden
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Die Skulptur „Das Boot der Helden“ wurde zum ersten Mal vor den Zuschauern auf der personalen Ausstellung „Helden und Ungeheuer“ in 2021 vorgestellt. Dieses Werk unterscheidet sich durch seine Massivität und seinen wuchtigen Statuarik. Sie stellt eine Reihe von Ruderern dar, deren Anblick dem Betrachter die ganze Schwere ihres Zustands sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne vermittelt. In der Mitte der Komposition stehen nicht die Gesichter von Ruderern, ihre Köpfe sind gesenkt, und ihre Rücken sind mit Narben wegen der Peitsche bedeckt. Beim Anblick der muskulösen Körper und der abgelegten Helme zu ihren Füßen lässt sich vermuten, dass wir Soldaten sehen, die in Gefangenschaft geraten und zu Sklaven geworden sind. „Die Helden“ ist eine Reflexion des Bildhauers über den Dualismus der Begriffe „Gut und Böse“, „Held und Sklave“, über ihre Fragilität und Verletzlichkeit. Während für die einen Krieger als Helden gelten, sind sie für andere bloß Unterworfene, die fremde Befehle ausführen. Geschichte ist keine exakte Wissenschaft, und das Gedächtnis der Völker ist flexibel. Leider ist es in manchen Gesellschaften möglich, dass das, was gestern als Unrecht galt, heute als Heldentat verehrt wird. Eine der Aufgaben der Menschheit besteht nicht nur darin, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, sondern auch darin, zu verhindern, dass diese Vergangenheit in den Händen der Mächtigen zum Plastilin wird.